Die Schweden

Nachdem schon ne Weile nichts mehr kam (gut, ausser dass ich jetzt den Flug gebucht habe ist auch nicht mehr viel passiert) mal wieder ein netter kleiner Einschub. Der dürfte all diejenigen besonders interessieren, die entweder kulturaffin sind (nein, jetzt nicht das kleine rote Kreuz oben in der Ecke klicken) oder vorhaben mich einmal besuchen zu kommen.

Die einen oder anderen Gerüchte kennt man ja, die den Schweden so nachgesagt werden. Beispielsweise werden angeblich des Öfteren gelegentlich manchmal anscheinend so erzählt man sich, blonde Damen gesehen.

Die Frage ist jedoch, ob das alles so stimmt, wie die Vögel das von den Bäumen zwitschern. Die eine oder andere kulturwissenschaftlich gesicherte Erkenntnis gibt es allerdings. Und diese Dinge sind auch wirklich sehr gut zu wissen. Hier, im Telegrammstil, einige Fakten die die schwedische Kultur (angeblich) markieren:

  1. Schweden machen einen klaren Unterschied zwischen Berufs- und privatleben. (Ja ich weiss, die meisten Deutschen denken, sie täten dies auch).
  2. Schweden vertrauen eher auf Fakten als auf ihr Bauchgefühl.
  3. Schweden sind verhältnismäßig ruhige Genossen. Nicht am Dauerlabern, wild gestikulieren und ständig im Mittelpunkt stehen. Das mögen die Schweden übrigends auch nicht. Daher ist es auch nicht falsch zu verstehen, wenn Schweden einen nicht gleich totreden und um die Arme fallen, wie das in südlichen Ländern vielleicht sein mag
  4. Schweden versuchen Konflikte zu vermeiden. Sie bevorzugen Konsenslösungen (Intercultural Management, ick höa dia trapsen!).
  5. Schweden haben ein ausgeprägtes Gefühl für Gleichheit und Gleichberechtigung.
  6. Schweden sind sehr pünktlich und erwarten dies auch von anderen.
  7. Schweden benutzen oft das Wort „Lagom“. Bedeutet im Deutschen soviel wie „Gerade richtig“ oder „nicht zuviel und nicht zu wenig“. Dieses Wort ist besonders wichtig, da es auch einen beträchtlichen Teil der gesamten schwedischen Lebensweise erklärt. Aber dazu mal nen gesonderten Post.
  8. Schweden sind sehr selbständige Menschen und managen Dinge gerne selbst. Es gibt eine schwedische Redensart die sagt „alone is strong“. Im Umkehrschluss empfinden Schweden es als sehr unhöflich, wenn man ihnen (aus falsch verstandener Hilfsbereitschaft) Hilfe anbietet. Dann gewinnen sie nämlich den Eindruck, man denke sie schaffen das Betreffende nicht alleine.
  9. Schweden mögen es nicht, bei irgendjemandem in der Schuld zu stehen oder einen Gefallen zu schulden. Siehe Regel No. 8 und weiterhin würde dies ihr ausgeprägtes Bewusstsein für Unabhängigkeit stören.
  10. Schweden mögen keine Menschenmassen. Es gibt ein etwas zynisches Sprichwort das sagt: Eine Person mögen Schweden noch als Begleitung auffassen, zwei dagegen schon als Menschenauflauf.
  11. Schweden sind äußerst naturverbundene Menschen. Und dies äußerst sich wohl nicht nur in einer sehr peniblen Mülltrennung.

Nun, soviel zur Theorie. Schaut aus, als könnte ich von den Jungs und Mädels noch das eine oder andere lernen.

Die einen oder anderen Kulturexkurse werde ich ab und an noch schreiben. Ich lese gerade ein sehr interessantes Buch, dass dahingehend sehr aufschlussreich ist. Hieraus möchte ich einige Kuriositäten nicht vorenthalten.

Aber gut, das Spannende wird ja sein, zu sehen, wie das in der Praxis so läuft. Hier gilt die Maxime:

Ein wenig Vorwissen zu haben ist sicher nicht schlecht, aber die nötige Portion Unbefangenheit sollte man sicherlich wahren.

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